Seit den Nachkriegsjahren waren bei der Feuerwehr Sindelfingen stets hauptberufliche Kräfte beschäftigt. Diese waren lange Jahre als Gerätewarte in der Feuerwache vor Ort, während ihre Zahl über die Jahre hinweg langsam anstieg.
Ein Meilenstein in dieser Entwicklung fand am 1. Februar 2015 mit der Umwandlung des ehemaligen „Eigenbetriebs Feuerwehr“ der Stadt Sindelfingen in das Amt für Feuerwehr und Bevölkerungsschutz statt. Die nächste organisatorische Wandlung erfolgte im Juni 2020 der Zuordnung zum Dezernat I der Stadt Sindelfingen, um der stärkeren Bedeutung der Aufgabenbereiche kommunale Krisenabwehr und Bevölkerungsschutz Rechnung zu tragen. Zu diesem Zeitpunkt verrichteten 16 hauptberufliche Feuerwehrleute ihren Dienst in Sindelfingen.
Das Amt für Feuerwehr und Bevölkerungsschutz gliedert sich in die Abteilung „Gefahrenabwehr und Bevölkerungsschutz“ und die Abteilung „Technik“. Der Amtsleiter ist gleichzeitig der Leiter der Feuerwehr und Feuerwehrkommandant der Stadt Sindelfingen.
Im Einsatzdienst besetzen die hauptamtlichen Kräfte 9 Einsatzfunktionen von 7:00 bis 17:00 Uhr, jeweils Montag bis Freitag. In dieser Zeit, in welcher die ehrenamtlichen Einsatzkräfte in der Regel schlechter verfügbar sind als nachts und am Wochenende, werden Kleineinsätze erledigt und ein schnelles Ausrücken bei größeren Lagen sichergestellt.
Seit dem 01.11.2024 sind in den Abendstunden (17-07 Uhr Montag bis Sonntag) zusätzlich 2 Einsatzfunktionen im Dienst um in den schwierigen Zeitbereichen eine schnelle Hilfe und Unterstützung für das Ehrenamt zu gewährleisten.

Täglich sind mindestens 9 Funktionen im Einsatzdienst.
In der „einsatzfreien Zeit“ arbeiten die Bediensteten des Amtes für Feuerwehr und Bevölkerungsschutz in den ihnen zugeordneten Sachgebieten, üben für den Ernstfall oder befinden sich einsatzbereit in sogenannter Bereitschaftszeit (zum Beispiel in der Mittagspause).
In den Sachgebieten fällt eine Vielzahl unterschiedlichster Aufgaben an: Neben allgemeinen Verwaltungstätigkeiten sind Einsatzpläne für besondere Lagen und Objekte zu erstellen. Im Bereich des „vorbeugenden Brandschutzes“ werden Stellungnahmen zu Baugesuchen abgegeben, Sonderlösungen gefunden oder theoretische Ansätze praktisch überprüft. Unter den Überbegriffen „kommunale Krisenabwehr und Bevölkerungsschutz“ werden Großlagen wie flächendeckende Stromausfälle geplant und der städtische Krisenstab ausgerüstet und organisiert.

Besprechung der Einsatzplanung
Handwerklicher geht es in den Bereichen Fahrzeug- und Gerätetechnik zu: Hier wird der Fuhrpark mitsamt der Beladung gewartet, repariert und umgebaut. Für Sindelfingen und darüber hinaus auch die Kreisgemeinden des Landkreises werden zentrale Atemschutz- und Schlauchwerkstätten betrieben, sodass auch diese Geräte nach Einsätzen und Übungen wieder fit gemacht werden können. Darüber hinaus wird Funk- und Elektrotechnik ebenso geprüft und repariert wie auch EDV-Technik und medizinische Ausrüstung. Auch die Beschaffung der Feuerwehrausrüstung von der Schraube bis zur Drehleiter findet in dieser Abteilung statt.

Arbeiten in der Schlauchwerkstatt
Ein durchschnittlicher Tag gliedert sich dabei wie folgt:
07:00 – 07:45 Uhr Antreten, Fahrzeugübernahme, Aufgabenabstimmung im Sachgebiet
07:45 – 08:45 Uhr Wachausbildung
08:45 – 09:15 Uhr Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft und Kaffeepause
09:15 – 12:30 Uhr Tätigkeit in den Sachgebieten
12:30 – 13:30 Uhr Mittagspause
13:30 – 15:45 Uhr Tätigkeit in den Sachgebieten
15:45 – 16:45 Uhr Dienstsport
16:45 – 17:00 Uhr Antreten, Fahrzeugabgabe, Abstimmungen zu Restarbeiten
— 24H-Dienst von 2 Funktionen–
17:00-19:00 Uhr Tätigkeit in den Sachgebieten/ Sonderaufgaben
19:00- 07:00 Uhr Bereitschaftszeit